Von Meisterschaften, Bayern, Ostfriesland und Remscheid.
Liebe Menschen!
Fast zwei sonnige Monate sind vergangen seit meinem letzten Eintrag. Und seitdem ist wirklich viel passiert. Also wirklich wirklich. Eine Zusammenfassung.
Zunächst das wichtigste: Ich bin bei den deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften dabei! Und nicht nur im Publikum, wie im letzten Jahr, als ich gerade mal eine Hand voll Bühnen mit wackeligen Beinen betreten hatte und eine Teilnahme an den Nationals noch verdammt fern schien.
Aber in diesem Jahr hat es auf Anhieb geklappt.
Ich gehe für Düsseldorf in der U20-Kategorie an den Start. Schließlich ist 2010 das letzte Jahr, in dem noch eine Teilnahme bei den jüngeren Slam-Poeten möglich ist und das kann ich mir doch nicht entgehen lassen.
Außerdem steht noch die U20-Ruhrpott-Meisterschaft an und in Remscheid werde ich versuchen, mich für den NRW-Slam zu qualifizieren (Edit: Geschafft! Bin dabei!). Termine gibt’s bei “Termine”.
Leider konnte ich in der letzten Zeit nicht viel auftreten, da ich im Juli in Bayern als Praktikant bei einer Lokalzeitung gearbeitet hatte. Und da ging Slam-mäßig nicht viel ab. Außerdem ist ja auch Sommerpause.
Nach vier wunderschönen bayerischen Wochen in Bad Tölz bin ich dann an einem Samstag morgen zurück nach Nordrhein-Westfalen geflogen und habe mich aus Müdigkeit gegen einen nachmittäglichen Besuch der Loveparade entschieden. Hm…
Zurzeit wohne ich in Ostfriesland beziehungsweise auf Norderney – wieder ein 4-wöchiges Praktikum bei einer Lokalzeitung. Nachdem ich den Süden kennen gelernt hatte, durfte natürlich auch der Norden nicht fehlen. Und da auch Leer in Ostfriesland liegt, kam der Zollhaus-Slam gestern gerade recht. Was soll ich sagen: Es war ein grandioser, fantastischer, anarchischer Abend. Die Ostfriesen rannten die Eingangstür ein. Schon die Vorrunde war der pure Wahnsinn. Calle brachte eine Hommage an den fast vergessenen Werbespot mit der “Rügenwalder Mühle”, Fabian Navarro bekämpfte die Mathematik, Jan Hendrik Heine entpuppte sich als Bühnensau und Der Marian rockte Werbesprüche in abenteuerlichen Konstellationen. Ich hatte den letzten Startplatz und konnte mich noch ganz knapp an die Spitze slammen – das war das Letzte, was ich erwartet hatte. Der recht neue Text zog wie nie zuvor. Selten so wohl gefühlt auf der Bühne. Selten so einen Applaus gehört. Hat umgehauen.
Das Finale nutze ich für einen Text, den ich seit meinem ersten Poetry Slam vor einem Jahr nicht gelesen hatte. Wollte ein bisschen schocken und Spaß haben.
Am Ende wurde ich Dritter. Mein Text “Hilfe! Meine machtgeile Ehefrau drückt mir immer meine Pickel aus” war dann mit seinen detaillierten Beschreibungen wohl doch eine Spur zu viel für die 300 Leute im Publikum. Kein Ding. Den verdienten Sieg holte sich Jan Hendrik Heine, Der Marian wurde Zweiter.
Und auf einmal trug ich mit Fabian Navarro eine Kamin-Atrappe die Treppe hoch.
Gelungener Abend.
Am nächsten Tag trafen Fabian und ich bei einem Streifzug durch Leer auf einen Stuhl, der gerade duschte. Ja…
Ganz wichtig: In Remscheid bin ich gerade dabei, einen eigenen U20-Slam auf die Beine zu stellen. Am 24.9.2010 wird der erste “Karl Michael Vogler Poetry Slam” in der Kraftstation stattfinden. DIe Moderation übernimmt Pamela Granderath. Für die drei besten Poeten des Abends wird es eine Menge Preisgeld geben und viele Hände, die sich anerkennend im horizontalen aufeinander zubewegen. Weitere Informationen gibt es hier.
Das muss reichen.
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